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50 Jahre Skiclub Schurwald

und

50 Jahre DSV Skischule Esslingen

 

 

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Erinnerung


Die 60er Jahre.

Es war die Anfangszeit, der Auftakt zum Boom des Alpinen Skisports.

Die Nachfrage nach Skikursen war enorm. Anfangs konnte man das Skifah-
ren bei der Bergwacht Esslingen erlernen. Die Bergwacht benötigte gute
Skifahrer, um den anspruchsvollen Winterdienst zu gewährleisten. Man
konnte jedoch die hohe Nachfrage nach zusätzlichen Skikursen für die
Allgemeinheit nicht erfüllen, da sonst der Winterdienst ins Hintertre
raten wäre. Also wurden die Aufgaben neu verteilt. Die Bergwacht konzen-
trierte sich gezielt auf ihre eigentlichen, sehr wichtigen Aufgaben. In einem
neuen Verein sollte der Aufbau einer Skischule vorangebracht werden.

Auf Initiative von Franz Bruckdorfer wurde am 12. November 1964 im
Berkheimer Rössle der Skiclub Schurwald Esslingen – SCS – gegründet.
Die Gründungsmitglieder (in alphabetischer Reihenfolge) waren: Siegbert
Bader, Wilfried Blessing, Franz Bruckdorfer, Hermann Claus, Günther Dan-
nenmann, Dieter Haußmann, Richard Holder, Martin Kuhnle, Margot Leon-
berger, Ottmar Ruß, Günther Tief, Elli Wagenblast und Suse Wahlheim. Zwei
der Gründungsmitglieder, Wilfried Blessing und Richard Holder, sind dem
SCS bis heute treu geblieben.

Die allgemeinen Umstände und die Zeichen der Zeit riefen geradezu nach
einer solchen Initiative. Wie gesagt, war die Anfangszeit, der Auftakt zum
Boom des Alpinen Skisports. Noch im Gründungsjahr 1964 nahm die
Skischule des SCS ihren Betrieb auf. Es gab damals schon im Dezember
Schnee auf dem Schurwald und der Schwäbischen Alb. Das Lehrwesen
wurde ausgebaut und bereits 1966 hatte man 3 Lehrwarte und 18 Übungs-
leiter in der Skischule. An Skischülern herrschte wahrlich kein Mangel. Mit
ca. 150 Skischülern in drei Omnibussen ging es sonntags zum Skikurs auf
die Schwäbische Alb oder in das Allgäu. Da erheblicher Nachholbedarf
im Erlernen des Skifahrens bestand, waren hauptsächlich Erwachsene die
Skikursteilnehmer. Nicht selten hatte man 15 bis 20 Kursteilnehmer, die so
um die 60 Jahre „jung“ waren. Heute ist das Verhältnis genau umgekehrt.
Skikurse für Erwachsene sind höchst selten. Die Anzahl der Skikursteilneh-
mer stieg stetig. Anfang der 70er Jahre hatte der SCS bis zu 360 Skischüler.
Die Grenzen waren erreicht, mehr Kursteilnehmer konnte man nicht mehr
annehmen. Man wollte maximal 12 Teilnehmer je Skilehrer. Da keine wei-
teren Lehrkräfte zur Verfügung standen, wurde die Teilnehmerzahl auf 360
begrenzt. Es war ja nicht nur die Kapazität der Skilehrer, auch die Kapazität
der Gasthäuser war begrenzt. Ein Markenzeichen der SCS Skischule waren
der gemeinsame Abschluss mit Tanz nach dem Skikurs. Diese Veranstaltun-
gen waren bei (erwachsenen) Skischülern und Skilehrer/innen sehr beliebt,
bei den Wirten zwischen der Schwäbischen Alb und Esslingen allerdings
nur bedingt. Zwar stimmte der Umsatz, aber die Lautstärke war enorm und
störte so manch anderen Gast, der nicht vom Skifahren kam und in Ruhe
sein Vesper verzehren wollte. Abschluss und auch Höhepunkt der Skisaison
waren für die Skilehrer die Jahresabschlussfahrten Ende April/Anfang Mai
z.B. an den Arlberg, nach Obergurgl ins Ötztal oder nach Samnaun zum
Firnschneefahren, teilweise, je nach Temperatur, gab es aber auch noch
herrlichen Pulverschnee.

Vorbereitungen auf den Winter waren obligatorisch und begannen, übli-
cherweise, nach den Sommerferien mit der Skigymnastik. Für alle Übungs-
leiter, Lehrwarte sowie die zwei Landesausbilder standen die Weiterbil-
dungs- und Einweisungslehrgänge auf dem Programm. In der Esslinger
Zeitung wurde der SCS Anfang der 70er Jahre wie folgt beschrieben:
„Mitglieder Erwachsene: 180, Jugendliche: 30. Aktive: 50, davon Wettkämp-
fer alpin: 12, nordisch: 3. Im Vordergrund steht das Lehrwesen sowie die
Jugendarbeit.“

 

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