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Skifahrerische Anfänge in Esslingen
 
Damals, in den 50er Jahren, damals war alles ganz anders. Da war Skifahren ein teures und exklusives Hobby, schweißtreibend und mühevoll zudem. Und damals, da war auch noch keine Rede vom Ozonloch, steigenden Temperaturen, immer milderen Wintern und Schneemangel und somit gar ausgefallenen Skikursen. Nein, damals gab's noch Schnee genug - zum Skifahren auf dem Schurwald oberhalb Esslingens. Zu Fuß, die Skier auf dem Buckel, ging's beispielsweise von Oberesslingen, den Hohlweg entlang, über's Teufelsbrückle hinauf zum Schurwald bis ans Rote Kreuz, und von dort weiter mit den Skiern nach Aichschieß. Oder, wer sich die 60 Pfennig für die Busfahrt leisten konnte, ließ sich zum Jägerhaus hinaufkutschieren und schnallte dort erst die beiden langen Latten an. Aichschieß war vor 25 Jahren DER Esslinger Treffpunkt und das "klassische" Skigebiet - mit gleich mehreren Abfahrten: "Außenrum", wie eine der beiden Varianten genannt wurde, oder der "Steilhang". Doch der hatte seine Tücken: Dort schlängelte sich ein Bach entlang, der so manchem zum Verhängnis wurde. Und am Steilhang war auch der erste "Ski-Lift" in Betrieb: Mit einem umgebauten VW wurde ein Seil nach oben gezogen, an dem sich die Skifahrer krampfhaft festhielten. Ein "Muß" war für die SCS-Skifahrer die Einkehr beim Wilhelm Wilhelm oder im Aichschießer "Rößle". Erst dann konnte, gestärkt durch ein kräftiges Vesper und Bratbirnenmost, der Heimweg angetreten werden. Vom Roten Kreuz ging die Abfahrt übers Teufelsbrückle, am Schafstall vorbei nach Oberesslingen. Ein Skiausflug auf die Schwäbische Alb gehörte damals noch zu den größeren Unternehmungen, der beileibe nicht jedes Wochenende "drin" war. Der Zug dampfte bis nach Oberlenningen. Von dort ging's per pedes oder mit dem Bus hinauf nach Schopfloch zur Pfulb oder zur Renzenau. Die ersten Lifte auf der Alb liefen in Donnstetten und Schopfloch. Und etwas ganz besonderes in jenen Jahren war eine Fahrt mit dem Skiexpress ins Allgäu, nach Oberstdorf oder gar ein Skiurlaub im Gebirge. Richtig populär wurde das Skilaufen bei uns. erinnern sich so manche, durch Toni Sailer und das unvergessene "Wedeln", das auch heute noch so manche Skianfänger lernen wollen, so einprägsam war dieser Begriff. "Wedeln" können, das war damals was, "Wedeln" wurde zu DEM Synonym für Skifahren. Und plötzlich wollte jeder - vor allem die Erwachsenen - Skifahren lernen. Es gab eine ungeheure Nachfrage. Und genau in jener Zeit wurde der Skiclub Schurwald gegründet.
 
 
 

Die Gründung des Skiclub Schurwald Esslingen
 
In der Skischule der Bergwacht Esslingen waren in jenen Jahren die guten Skifahrer versammelt, zumal beim Winterdienst auf der Alb auch skifahrerisches Können gefragt war. Da der Skifahrerboom die Bergwacht überrollte, immer mehr Anfänger bei den Skilehrern der Bergwacht das Skifahren lernen wollten, bestand allmählich die Gefahr, daß der eigentliche Winterdienst - Verletzte retten, bergen - ins Hintertreffen geriet, weil alle mit Skikurs geben beschäftigt waren. So wurde denn ein "sauberer Schlußstrich" gezogen: Die Bergwacht besann sich auf ihre eigentlichen Aufgaben, in einem neuen Verein sollte der Aufbau einer Skischule betrieben werden. Auf Initiative Franz Bruckdorfers wurde am 12. November 1964 im Berkheimer "Rößle" der Skiclub Schurwald Esslingen (SCS) aus der Taufe gehoben unter tatkräftiger Mithilfe der Gründungsmitglieder Margot Leonberger, Elli Wagenblast, Suse Wahlheim, Siegbert Bader, Wilfried Blessing, Hermann Claus, Günther Dannenmann, Dieter Haußmann, Richard Holder, Ottmar Ruß, Günther Tief und Martin Kuhnle. 
  
 
Quelle: Festschrift "25 Jahre Ski Club Schurwald Esslingen", 1989